VOIP – Voice over IP

Ohne das Festnetz telefonieren? Vor einem Jahrzehnt noch nahezu undenkbar, ist es heutzutage technische Normalität. Denn die drei wesentlichen Technologien, dies zu ermöglichen, haben sich nicht nur rasch und stetig entwickelt, sondern bestehen gegenwärtig gleichzeitig auf dem Markt. In allen Fällen geht es darum, ein Telefongespräch als Datensammlung aufzufassen, wie dies auch bei einer live gesendeten Rundfunk- (oder Fernseh-)Sendung der Fall ist. Diese kann heutzutage

a) über die schnellen Internetvarianten des Festnetzes (nämlich DSL/ADSL),
b) über den Mobilfunk (UMTS/LTE) sowie
c) über den gewöhnlichen Kabelempfang erfolgen.

Stets jedoch wird ein einziger Begriff dafür verwendet, wenn Telefongespräche nicht über eigentliche Telefonleitungen ablaufen: Man bezeichnet dies als “Voice over IP”, abgekürzt “VoIP”. Gemeint ist: Sprache wird zeitecht zwischen zwei Empfängern, die zugleich Sender sind, so übertragen, dass die gewohnte Form (wenn auch über “Internet Protocol” = “IP”) eines Telefongesprächs gewahrt bleibt.

IP TelefonieWie aber kam man dazu, eine solche Gesprächsübertragung außerhalb der dazu eingerichteten Telefonleitung einzurichten? Grundsätzlich entstand die Idee der “Voice over IP” bzw. “VoIP” als eine Strategie firmeninterner Kommunikation: Unabhängig von der Belastung, Störung oder Störanfälligkeit der Telefonleitung wollte man als Unternehmen (von möglicherweise mehreren Hundert Mitarbeitern) in einem großen Gebäudekomplex oder auch weltweit Kontakt halten, während man technische Reibungsfaktoren ausklammerte. Dies gelang bereits vor der Erweiterung des DSL-Netzes, jedoch hiermit (und mit unterschiedlichen Bandbreiten) konnte sich die Voice over IP bzw. VoIP auch im Bewusstsein der privaten Anschlussinhaber durchsetzen. Telefongespräche brauchten nicht mehr per Einheiten gezählt, sondern per monatlicher Flatrate kann der Kunde seither so viele Gesprächsminuten verwenden, wie dies in seinem Bedarf steht. Optionen bei Voice over IP beziehen sich nur noch genauer auf die Telefongewohnheiten der Kunden: So kann sich bei VoIP etwa bei Auslandsgesprächen in bestimmte Regionen, für das inländische Fest- oder zusätzlich auch für das Mobilfunknetz die Monatsrate ändern.

DSL, d. h., die Landleitungen, sind für das Internet langfristig nicht mehr bedeutsam. Voice over IP heißt es ebenso, wenn Computer aller Art über den Mobilfunk verbunden werden: Sei dies als Schreibcomputer oder auch im optischen Design eines bisher so gewohnten ISDN-Telefons gestaltete Internet-Kommunikationsgeräte – auch die Handys kommen ihrer Natur nach in ihrer gegenseitigen Übertragung über die Mobilfunktechnologie zusammen, trotzdem ist auch hier von VoIP die Rede.

Chatprogramme bestimmter Internetfirmen haben sich im alltäglichen Umgang mit dem neuen Medium etabliert und sind nun selbstverständlich. Mittlerweile bieten die Betreiber den Nutzern ebenfalls an, während oder anstatt eines Chats, der sich aus Textzeilen zusammensetzt, einen gesprochenen Dialog per Headset übertragen zu können – genau hier spielt die oben beschriebene Technologie des “Voice over Internet Protocol” dann die entscheidende Rolle.